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1 Festival, über 3.000 Locations: Forward Festival als Daheim-Edition

"So schnell erlebe ich kein Festival mehr, bei dem ich um 22.00 Uhr im Bett bin", fasst es Lukas zusammen. Die 2021-Edition des Forward Festival war definitiv einzigartig. Sechs Fredmanskys haben die 2-tägige Konferenz gemeinsam und doch getrennt erlebt. Genauso einzeln fassen wir unsere Eindrücke zusammen.

Deine persönliche Forward Festival Bühne?

Andreas: Per iMac auf der Terrasse und am Sofa nach einem Locationwechsel und Wetterumschwung.
Celine:
Von Bett über Badewanne bis hin zur Donaulände. Von Freitag bis Samstag hat mich der Laptop überall hinbegleitet. Sogar beim Spaziergang mit meinem Hund Anton hatte ich die Speaker im Ohr :)
Johanna:
Am Freitag fand das Festival im Homeoffice statt (Tisch Tärendo). Abends wurde dann auf die Main Stage (Sofa und Fernseher) gewechselt. Temporäre Festivalpartner: Marvin (4) und Ziggy (Katzentier, 12)
Lukas:
Ich hatte den Logen-Platz auf der Couch. Mit Bier für Festivalstimmung.
Maggie:
Im Schlafzimmer. Dort steht mein Schreibtisch und es ist der einzige ungestörte Ort daheim.
Silvia:
Das Wohnzimmer! Per Laptop auf der Couch mit Kaffee und Süßem am Nachmittag, einem Glas Wein am Abend, am Esstisch zum Abendessen mit der Familie und dazwischen war auch noch Platz für ein ein bisschen Hausarbeit wie Wäsche zusammenlegen, abstauben, Blumen gießen usw.

Bester Auftritt?

Andreas: Blackspace Michael Keller… mit Abstand. Beste Präsentation, beste Persönlichkeit, beste Stories, Projekte mit Feingefühl und guten Ideen, eine große Inspiration. „Die Maske ablegen“ bekommt noch mehr Relevanz in der aktuellen Zeit.
Celine:
Emily Cohen! Super toll und einfach präsentiert. Extrem coole Frau! Wurde nicht langweilig und es waren viele Dinge dabei, die man sich als Grafikerin und auch als Selbstständige mitnehmen kann.
Johanna: Emily Cohen hab ich sehr gerne zugehört. Eigentlich alles logisch und kinderleicht, aber deswegen vergessen wir ja im professionellen Erwachsenalltag auch gern darauf. Zum Beispiel öfter mal mal "Stopp, das mag ich nicht!" wie schon zu Kindergartenzeiten zu sagen.
Lukas:
Dot Lung und irgendwie auch Martin Parr. Dot Lung vor allem weil sie eine Philosophie vertritt von der ich sehr überzeugt bin. Die da wäre „Just Show up“ – das Ego einfach hinten anstellen und einfach konsistent dein Ding machen. Für mich ging das in eine Richtung, die Steven Pressfield sehr gut in seinen Büchern geschrieben hat – „Nothing else matters except sitting down every day and trying.“
Zum Anderen Martin Parr wegen seinem Gesamtwerk, seiner subtilen Art und seiner sehr coolen Art Kultur zu dokumentieren und in großem Maßstab zu denken.
Maggie:
Master of Storytelling Michael Keller, Überraschung des Tages Tessa Sima und Powerausnahmetalentfrau Esra Gülmen
Silvia:
Esra Gülmen und Emily Cohen teilen sich für mich den ersten Platz, weil sie mich inhaltlich total abgeholt haben und ich sehr beeindruckt war von ihrer Präsenz, ihrer Stärke, die sie ausgestrahlt haben und ihrer Professionalität im Job, die sie rübergebracht haben. Dicht gefolgt von Kira Schinko, die wunderbar souverän durch das Programm der zwei Tage geführt hat.

Bester Satz?

Andreas: You have nothing to loose. Take your mask down. Just do it. It’s beautiful. – Michael Keller
Celine:
I will work very very hard to make work that hardly works – Stefan Sagmeister
Johanna:
Be a prima donna without being a total asshole. – Emily Cohen
Lukas:
Talent is good. Practice is better. Passion is best.
Maggie
Doctor, I have a manic depression! No, you just have an artist soul. – Esra Gülmen
Silvia:
Stop being a people pleaser. Raise your clients like you raise your kids and dogs. – Emily Cohen

Stop being a people pleaser. Raise your clients like you raise your kids and dogs.

Schönstes Projekt?

Andreas: Wenn schön das Kriterium ist, dann auf jeden Fall das poetische Projekt SAY_SUPERSTRINGS von Studio Ouchhh. Weil es zeigt was man mit Daten, guter Idee, künstlicher Intelligenz, Maschinenlernen, menschlicher Intelligenz und Handwerk alles machen kann und damit Emotionen weckt und weit mehr kommuniziert, als es Gestaltung alleine jemals könnte.
Celine:
Esra Gülmen! Mochte die Präsentation extrem gerne! War mir sehr sympathisch und die Illustration ist so simpel, aber die Messages dahinter sind großartig! Ihr Shop wurde seit Samstag oft besucht. Mal sehen, ob bald ein Artpiece in der Prunerstraße hängt.
Johanna: Ines Alpha - Magic. Visuell wunderschön magisch, verträumt und verspielt. Martin Parr – Shopping – Britain und Space Dogs – Aber auch seine persönlichen Sammlungen. Margaret Thatcher Souvenirs und Adam Hussein Watches.
Lukas:
A Populist’s Guide to Shaping Democracy von Andreas Palfinger. Wow.
Maggie:
Esra Gülmen und ihr unzensierbarer Regenbogen. Habe selten einen fröhlicheren politischen Angriff gesehen. Und ich will mindestens 10 Fotobücher von Martin Parr.
Silvia:
Esra Gülmen für Heimat Berlin: Bloomy Days – Mit Blumen kann man alles sagen

Was hast du gelernt, was du vorher noch nicht wusstest?

Andreas: Digitale Konferenzen benötigen viel mehr Aufmerksamkeit als analoge, die Technik … das Glas des Bildschirmes – als Filter – nimmt einen Großteil der Emotion weg.
Celine:
Wenn du overdeliverst, sag das auch deinem Gegenüber. Und von der gebogenen LED-Leinwand in Wien wusste ich auch noch nichts. Fand ich mega interessant wie weit Filmproduktionen da schon sind :)
Johanna: Moves by Maxon - facial Motion capture tool. Muss unbedingt ausprobiert werden.
Lukas:
Bei solchen Events sind für mich generell viel Inspiration, Einblicke und Aufladen von Kreativbatterien drin.
Maggie:
Ich wusste nicht, dass man Hollywood in einem Studio produzieren kann – und das mitten in Wien!
Silvia:
Dass es mit dem Virtual Production Studio in Wien eins der neuesten und innovativsten Multimediastudios gibt.

Was wusstest du vorher schon, aber du hast gar nicht mehr daran gedacht?

Andreas: Pausen machen. Und auch mal zurück schauen.
Celine:
Wenn du mit Grafik Design reich werden willst, vergiss es! - Michael Keller
Johanna:
Be a Prima Donna.
Lukas:
Design ist nicht Kunst, oder so.
Maggie:
Auf alarmierende Weise erstaunlich fand ich, dass fast jede weibliche Speakerin Bezug auf ihre persönlichen Unsicherheiten oder die Unterschätzung ihres Könnens im Job Bezug nahm. Während die männlichen Speaker nicht einen Deut von Selbstzweifel in ihren Präsentationen durchscheinen ließen.
Silvia:
Dass es Frauen in der Branche nach wie vor schwerer haben und selbst Geschäftsführerinnen immer noch im Schatten ihrer männlichen Kollegen stehen bei gewissen Themen.

Was nimmst du dir mit?

Andreas: Die Links zu den für mich interessantesten Speakern.
Celine:
Learn to say NO! Use the power of NO. No - Breath - Explain!
Johanna:
Use the power of NO.
Lukas:
Ideen nicht zu sehr im Vorfeld zerdenken. Einfach machen.
Maggie:
Viele Links und Insta-Accounts. Dass man Präsentation auch anders machen kann als mit schönen Folien. (Michael Keller)
Silvia:
Mach das, was du gern tust – und #DGAF.

Forward Festival Emily Cohen2

Stop caring about being perfect.

Was lässt du dort?

Andreas: Die zoomartigen Portfolio-Präsentationen ohne Lessons.
Celine:
Langweilige Vorträge (z.b Found Studio).
Johanna:

Lukas:
Fand ein paar Dinge zu tief in der Materie vom ganzen Vortrag her. Konnte mit manchem 3D-Stuff nicht soviel anfangen.
Maggie:
Streamen ist schön und gut, aber es ersetzt nicht die Wirklichkeit.
Silvia:
Ich würde meine englische Aussprache mit einem Coach checken bevor ich zu 3.000 Menschen spreche und ich würde sicher keinen Diavortrag wie Martin Parr halten, bei dem ich nur monoton mit immergleichem Satzanfang (“This is …”) erkläre, was auf den Bildern ohnehin zu sehen ist.

Forward Festival Esra Guelmen11 quer

Was war gut daran, dass das Festival online stattfand?

Andreas: Dass es stattfand war gut, da es wenig Content in Echtzeit gibt, der auch inspiriert.
Celine:
Hallo? Wann kann man schon an einem Festival in der Badewanne mit Wein teilnehmen?
Johanna: Die Freiheit alles zu sehen. Einiges auch nach meinem eigenen Timetable.
Lukas:
Offensichtlich mal, dass es überhaupt stattfinden konnte. Und es war auch deutlich bequemer und kostengünstiger natürlich daran teilzunehmen. So schnell erleb ich kein Festival mehr, bei dem ich um 22 Uhr im Bett bin.
Maggie:
Eine geballte Ladung Inspiration in einer Zeit, in der man nicht viel raus kann und dadurch die Inputs weniger geworden sind.
Silvia:
Die Familie konnte mitschauen, man musste nirgends hinfahren. :) Die Streams sind noch eine Zeit lang zum Nachschauen verfügbar.

Was war blöd daran, dass das Festival online stattfand?

Andreas: Die Form der Präsentationen, da könnten die Speaker sich Gedanken dazu machen, dass nicht jeder in einem Kino sitzt mit einer riesigen Leinwand, sondern eher auf dem Laptop entertaint werden möchte.
Celine:
Die Stimmung und der Austausch nach einzelnen Vorträgen fehlte einfach!
Johanna:
Der direkte unmittelbare Austausch ganz ohne Social Media. AFTERPARTY! Teils aufgezeichnete Vorträge lassen nichts dem ‚Zufall‘ über.
Lukas:
Einer der wichtigsten Aspekte an einem Festival, nämlich neue Leute zu treffen und eine kollektive Energie an einem Ort zu haben, ist flöten gegangen.
Maggie:
Die viele Bildschirmzeit macht Kopfweh und es geht das Zwischenmenschliche verloren.
Silvia:
Die Familie konnte mitschauen, man musste nirgends hinfahren. :( Socialising und Afterparty im Pyjama in den eigenen vier Wänden funktioniert so gar nicht.

Forward Festival setting2

Kommst du nächstes Jahr wieder?

Andreas: Ja, sicher.
Celine:
Yes! Ob in der Badewanne oder live vor Ort: Ich bin wieder dabei!
Johanna: Vielleicht schon nach Berlin im Mai oder fingers crossed – live nach Wien im Oktober.
Lukas:
Wenns passt, gern.
Maggie:
Warum nicht?
Silvia:
Spricht nichts dagegen.

Forward Festival Esra Guelmen1 quer